Materialkunde: Leder, Nappaleder, Lederfaserstoff und Spaltleder
MATERIAL: LEDER
Leder ist ein geschmeidiges, zähes, relativ festes, haltbares und vielseitig einsetzbares Material. Es ist relativ undurchlässig für Wasser, trotzdem ist es atmungsaktiv, d. h. ausreichend durchlässig für Luft und Wasserdampf.
Leder ist eine durch Gerbung chemisch haltbargemachte Haut beziehungsweise Hautschicht mit oder ohne Haare oder Wolle, deren ursprüngliche Faserstruktur erhalten ist. Leder wird zumeist aus der Lederhaut genannten Hautschicht gewonnen. Diese gliedert sich ihrerseits in die nach außen liegende, und der Lederoberfläche ihr Aussehen gebende Papillarschicht und die darunter liegende Retikularschicht. Der Fachmann spricht von einer Haut, einem Fell oder einem Balg, abhängig von der Größe der dem Leder zugrunde liegenden Tierhaut.
MATERIAL: NAPPALEDER
Nappaleder ist weiches, chromgegerbtes Glattleder verschiedener Tierarten mit vollen Narben. Ursprünglich war Nappaleder nur die Bezeichnung für Handschuh- und Bekleidungsleder, benannt nach dem Napa Valley in den USA. Heute ist Nappaleder jedoch der Sammelbegriff für besonders geschmeidiges Glattleder aller Tierarten und Verwendungszwecke, so z. B. auch für Polsterleder. Je nach Oberflächenbehandlung unterscheidet man:
AUSFÜHRUNG: NATURBELASSEN
Mit löslichen Farbstoffen im Fass durchgefärbtes Leder, das die Narbenfläche in jeder Einzelheit erkennen lässt und seine natürliche, offenporige Oberflächenstruktur behält. Die offenen Poren gewähren hohe Wasserdampfdurchlässigkeit und einen optimalen Wärmeaustausch. Wegen der Lichtempfindlichkeit ist naturbelassenes Leder vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen.
AUSFÜHRUNG: LEICHT PIGMENTIERT
Ebenfalls mit löslichen Farbstoffen durchgefärbt. Dieses Leder erhält durch zusätzliche Pigmentanteile eine gleichmäßigere Oberfläche sowie bessere Lichtechtheitswerte und Reibechtheiten. Auch diese Farbbehandlung gewährleistet Wasserdampfdurchlässigkeit und Wärmeaustausch durch die noch offengebliebenen Poren.
AUSFÜHRUNG: PIGMENTIERT
Bei dieser Zurichtungsart wird die Farbe mit Hilfe eines Bindemittels fest auf die Narbenfläche aufgetragen. Hierduch wird ein gleichmäßiges Aussehen der ganzen Haut erreicht. Diese Leder sind weniger atmungsaktiv, im Gebrauch aber unempfindlicher und pflegeleichter
AUSFÜHRUNG: GESCHLIFFEN
Auf der Narbenseite angeschliffenes Leder. Durch eine aufgetragene Farbschicht erhält das Leder eine besonders glatte Oberfläche. Die Naturmerkmale gehen weitgehend verloren.
MATERIAL: LEDERFASERSTOFF - DIE NATÜRLICHE ALTERNATIVE ZU ECHTEM LEDER
Kaum ein anderes Material kommt dem echten Leder in Qualität und Verarbeitung so nahe wie der Lederfaserstoff. Chromfalzspäne sowie vegetabil gegerbte Lederreste, werden gemahlen und unter Zuhilfenahme von Naturlatex und Fettungsmitteln verbunden. Somit besteht Lederfaserstoff fast ausschließlich aus nachwachsenden Rohstoffen.
Nach Zusatz von Wasser wird der Verbund auf speziellen Langsiebmaschinen ausgebracht. Durch einen Produktionsprozess, der der Papierherstellung ähnlich ist, anschließendes Trocknen, Kalandrieren und eine Oberflächenbehandlung, entsteht ein Produkt, das fast alle Eigenschaften von Leder hat: Aussehen, Geruch und Anfassgefühl, nur sehr viel preiswerter als echtes Leder ist.
MATERIAL: SPALTLEDER
Das Spalten von Leder bezeichnet den Vorgang, die Haut auf gleichmäßige Stärke zu bringen. Die Häute z. B. von Rindern sind 5 bis 10 Millimeter dick, so dass man mehrere Schichten durch Spalten gewinnen kann, das Spaltleder.
Die untere Schicht ist billiger, hat aber auch den geringsten inneren Zusammenhalt, da die Dichte und Verfilzung der Eiweißfasern, aus denen Leder besteht, nach unten (zur Fleischseite hin) abnimmt. Die höchste Festigkeit hat der sog. Narbenspalt - die oberste Schicht, die glatte Leder-Oberseite – die Narben - enthält.






